5. Tipp: Der Paddock / die Weide kann zu einem wunderbaren Fitnessstudio für Ihr Pferd werden

Es ist schwer, sich von den Preissteigerungen bei Futtermitteln, Holzpellets, Strom und Gas nicht einschüchtern zu lassen. Meine Gaskosten sind genauso gestiegen wie die aller anderen, und das merke ich als Ausbilderin, die nicht im eigenen Haus arbeitet, deutlich.  

Aber keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, bei den Reitstunden zu sparen. Bevor ich meine Ratschläge und Gedanken zu diesem Thema mit Ihnen teile, möchte ich darauf hinweisen, dass jeder von uns Anleitung braucht, wenn wir uns von unserer derzeitigen Position aus verbessern wollen. Wenn wir uns aus eigener Kraft verbessern könnten - und das Beste werden könnten, was wir sein können -, dann hätten wir das bereits getan. Wir können keine Veränderung erwarten, wenn wir weiterhin dieselben Muster wiederholen. 

Wir tun das, was wir gewohnt sind zu tun, bis uns jemand neue Möglichkeiten aufzeigt. 

Ich steckte auf meinem Leistungsstand fest, bis ich meinen Ausbilder entdeckte. Lange Zeit war ich auf der Suche nach der richtigen Person, hielt an meinen Vorstellungen fest, wie dieser Trainer sein sollte und gab mir und meinen Pferden ein Versprechen, wie wir uns ausbilden lassen wollen. All diese Überlegungen gaben mir die Chance, einen Reitlehrer zu finden, der genau zu mir passt.  

1. Tipp: Verwenden Sie Ihr Geld für den richtigen Ausbilder für Sie und Ihr Pferd. 

Meine Versprechen an mich und meine Pferde sind:  

Ich werde keine Strafen oder Korrekturen mit Gerte, Sporen oder Gebiss anwenden. Ich werde einen Weg finden dies zu vermeiden. 

1.

2.

Ich möchte, dass wir beide Spaß haben. 

3.

Ich werde keine Kompromisse eingehen, wenn es darum geht, an der Dressur zu arbeiten. Ich möchte meinem Pferd beibringen, sich auf gesunde, elastische und schöne Weise zu bewegen. 

Ich möchte, dass das Pferd mit mir zusammenarbeitet, wenn es dazu in der Lage ist. 

4.

Ich weiß, dass Turniere mein Ziel sind und ich möchte, dass mein Pferd Spaß daran hat, mich dorthin zu begleiten. 

5.

Wenn Sie versuchen, Geld für Reitstunden zu sparen, sollten Sie als erstes einen Reitlehrer finden, der genau zu Ihnen passt. Das können Sie aber nur, wenn Sie Ihre Grundwerte in Bezug auf die Pferdeausbildung definieren. 

Wenn Sie Woche für Woche bei einem Ausbilder reiten, dessen Grundwerte Sie nicht teilen, verschwenden Sie wahrscheinlich nur Ihr Geld. Das ist Geld, das Sie ausgeben, ohne Ihre eigenen Werte zu fördern, unabhängig davon, wie günstig die Preise des Ausbilders sein mag.

Das Beste aus dem Reitunterricht machen 

Das Erlernen neuer Dinge erfordert viel Zeit. Vergewissern Sie sich, dass Sie wissen, was Sie nach jeder Unterrichtsstunde alleine üben sollen. Wenn Ihr Reitlehrer Sie nicht bereits informiert hat, liegt es in Ihrer Verantwortung, um Hausaufgaben zu bitten. Fragen Sie, was Sie bis zur nächsten Stunde üben sollen. 

Denken Sie daran, dass es wichtig ist, den Mut zu haben, Ihren Trainer um Klarstellung zu bitten. Zu viele Reiter trauen sich nicht, ihre Reitlehrer zu fragen, was gemeint ist, wenn er/sie zum Beispiel sagt: „Lassen sie die Schulter fallen“ oder „Reiten Sie von hinten nach vorne“. Sie machen einfach irgendetwas nach dem Zufallsprinzip und hoffen, dass es richtig ist. Wenn Sie nur die Hälfte der Anweisungen verstehen, ist es reine Geldverschwendung. Haben Sie den Willen alles zu verstehen und bestehen Sie auf einer Erklärung. Beim Lernen gibt es keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. 

Die Frage, wie oft man eine Reitstunde nehmen sollte, ist sehr individuell. Aber man sollte Zeit einkalkulieren, um zu üben und zu fühlen, wie es weitergeht. Bei der Pferdeausbildung geht es darum, das Pferd zu spüren und das braucht eben etwas. Das Pferd benötigt ebenfalls Zeit, um Muskeln aufzubauen und sich körperlich zu verändern. Nur so wird es beweglicher und geschmeidiger, um gut mit Ihnen zu arbeiten. Dieser Teil erfordert sowohl für Ihr Pferd als auch für Sie selbst Zeit. 

Wenn ich neue Reiter ausbilde, beginne ich oft mit einer zweiwöchigen Unterrichtspause. Danach gebe ich in der Regel einmal im Monat Unterricht. In der Zwischenzeit kann der Reiter gerne anrufen, schreiben oder Videos schicken. Ich bin gerne bereit, am Telefon zu sprechen, wenn der Reiter frustriert ist oder etwas hat, das nicht bis zu unserem nächsten Treffen warten kann. Die ständige Kommunikation gibt den Reitern das Gefühl, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind. 

Übung macht den Meister 

Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich unbedingt einmal pro Woche Unterricht brauche, um meine Reitkenntnisse zu verbessern. Das war ein großer Irrtum, sowohl in Bezug auf mich selbst als auch auf die Reiter, die ich heute unterrichte. Wenn der Unterricht besonders gut ist, dann sollte man neue Erkenntnisse gewonnen haben, an denen man arbeiten muss, bis man sich wieder trifft. Das Training und das Üben zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden sind eine unserer wichtigsten Aufgaben, wenn wir uns verbessern wollen. Aber jedes Training muss sinnvoll sein. Deshalb können Sie mit weniger Stunden Geld sparen, haben aber trotzdem klar definierte Übungen, an denen Sie zwischendurch arbeiten können. 

Oft haben wir uns viel vorgenommen. Manchmal vergeht die Zeit jedoch sehr schnell und wir haben nicht so viel trainiert, wie wir wollten. Aber Sie und Ihr Pferd werfen Geld zum Fenster hinaus, wenn Sie Ihre neuen Übungen nicht zwischen den einzelnen Reitstunden trainieren. Da unser Gehirn lieber aufgreift, was es bereits kennt, als Energie darauf zu verwenden, etwas Neues zu lernen etwas, dessen Zweck wir vielleicht nicht einmal ganz verstehen, müssen Sie Prioritäten setzen. An dieser Stelle müssen Sie die Kompetenz Ihres Reitlehrers nutzen, der Ihnen genau zu sagt, warum Sie das trainieren müssen. Bitten Sie ihn, Ihnen zu verdeutlichen, was das für Sie und Ihr Pferd bedeuten wird. Das ist etwas, das Sie motivieren kann, fleißig zu üben. 

3. Tipp: Fragen Sie nach Hausaufgaben und setzen Sie Prioritäten beim Training 

Hausaufgaben und Training sollten nie zu einer langweiligen Pflicht werden

Zu viele Reiterinnen und Reiter glauben, dass Training langweilig und anstrengend ist. Das muss es aber nicht sein. Manchmal gebe ich einem Reiter folgende Aufgabe mit auf den Weg: Finde heraus, was Du wirklich gerne mit Deinem Pferd machst. Danach ist es meine Aufgabe, das in das Training einzubauen. Etwas Schwieriges zu üben, muss nicht ermüdend sein oder gar etwas, wofür man Energie aufbringen muss. Dann wird es zu einer langweiligen Pflicht. Das ist eine Verschwendung Ihrer Zeit und der Ihres Pferdes, und Sie beide haben etwas Besseres verdient als das. 


7. Tipp: Geben Sie kein Geld für eine Ausrüstung aus, die Sie einschränkt, einengt, zurückhält und Sie und Ihr Pferd daran hindert, die wichtigsten Dinge im Training zu lernen.

4. Tipp:  Es ist in Ordnung, wenn es hart ist, aber das Training muss Ihnen Energie geben 

So sparen Sie Geld 
für Ihre Reitstunden  
Als Reitlehrerin bin ich natürlich der Meinung, dass der Unterricht Priorität hat. Aber lesen Sie trotzdem weiter. Vielleicht erfahren Sie, wie man sein Geld strecken kann, um guten Unterricht zu bezahlen, auch und gerade wenn man sparen muss.
Von Line Hummel    //  Foto: Charlotte Fuglsang 

2. Tipp: Verstehen Sie genau, was von Ihnen verlangt wird und haben Sie den Mut, um eine Erklärung zu bitten, wenn Sie es nicht verstanden haben. 

6. Tipp: Verbringen Sie viel Zeit mit Ihrem Pferd und vertrauen Sie ihm.

Koppel-Training 

Während der Weide- und Paddockzeit des Pferdes gibt es viel freies Training. Wenn Sie Ihr Pferd immer reiten, kann es seinen Körper auf der Wiese / dem Paddock frei trainieren. Aber es gibt einige Parameter, die wir berücksichtigen müssen. Welche Art von Weide oder Paddock steht Ihrem Pferd zur Verfügung? Ist er völlig eben und besteht er nur aus einem Bodenbelag? Wird das Heu in einer Box oder einem Netz und immer an der gleichen Stelle angeboten? Oder gehören Sie zu den glücklichen Pferdebesitzern, die Zugang zu einem Auslauf mit Gras, Erde, Hügeln, Stöcken, Steinen und vielleicht Kies oder Sand haben, der es dem Pferd ermöglicht, seinen Körper zu nutzen und zu spüren, während es seinen Geruchssinn zur Futtersuche einsetzt? Auf einer Koppel mit vielen verschiedenen Höhenlagen und unterschiedlichen Bodenmaterialien kann Ihr Pferd seinen Körper ohne das Reitergewicht trainieren. Das ist ein sehr wichtiges Training. 

Stellen Sie sich vor, Sie müssten immer denselben Rucksack mit sich herumtragen, wenn Sie losgehen. Ich glaube, Sie würden anfangen, eine gewisse Spannung in Ihrem Körper aufzubauen. Wenn Sie aber ab und zu den Rucksack abnehmen und Ihren Körper auf vielfältige Weise trainieren, werden Sie einen gesünderen, beweglicheren und stärkeren Körper bekommen. 

Qualität vor Quantität 

Bei der Arbeit mit einem Pferd ist die Qualität unserer Arbeit viel wichtiger als die Dauer unseres Trainings. Ich erinnere mich an einen Workshop, bei dem Catherine Laudrup-Dafour erwähnte, dass sie Cassidy zwei Stunden lang trainieren könne, und ich dachte: „Oh, Mann! Ich werde meine Pferde niemals dazu bringen, zwei Stunden lang mit Enthusiasmus, Bereitschaft und Elan zu trainieren.“ Aber mein Pferd ist nicht Cassidy, und obwohl meine Pferde sehr gut in der Dressur und in der Selbsthaltung geworden sind, sind wir immer noch nicht auf dem Niveau von Cassidy. Es wäre vollkommen lächerlich, wenn ich sie durch eine ganze zweistündige Dressurstunde schleifen würde. Ich denke, wenn wir uns mit den Weltmeistern vergleichen, ist das zu viel für unsere Pferde. 

Zu Hause habe ich immer auf die Uhr geschaut, um zu sehen, wie lange wir schon trainieren. Es schwankte zwischen 20 Minuten und anderthalb Stunden. Für mich ist es wichtig, dass ich mich ständig innerhalb der Grenzen bewege, in denen meine Pferde Spaß haben und ich die Konzentration aufrechterhalten kann. Ich ziehe es vor, etwas das Freude macht, 20 Minuten lang gut zu trainieren, als dass ich meine Pferde wieder und wieder bestimmte Lektionen abspulen lasse. Ich bevorzuge es, wenn sich meine Pferde selbst tragen und elastisch bewegen, ohne zu verkrampfen. 

Für welche Art von Ausrüstung lohnt es sich, Geld auszugeben? 

Das hängt ausschließlich von Ihnen und Ihrem Pferd ab. Was bei meinem Pferd funktioniert, muss nicht unbedingt auch bei Ihrem Pferd oder bei Ihnen auch funktionieren. Aber es gibt eine Sache, auf die ich hinweisen möchte - etwas, das Sie dazu bringen kann, sich bei den Ausgaben zurückzuhalten: Die Ausrüstung, die Ihnen den Himmel auf Erden, die perfekte Körperhaltung und eifrige Hinterhandaktivität wie von selbst versprechen, kann eine teure Angelegenheit sein. Diese Hilfsmittel funktionieren hervorragend bei Pferden, die bereits wissen, wie sie ihre Hinterhand einsetzen, ihren Rücken anheben und ihren Körper während des Reitens entspannen können. Außerdem haben Sie keine Chance zu beurteilen, ob sich Ihr Pferd richtig bewegt, wenn es all diese Ausrüstung trägt. Abgesehen davon, dass Sie zu viel Geld für eine Ausrüstung ausgeben, riskieren Sie, später noch mehr für Behandlungen und Rehabilitation ausgeben zu müssen. 

Der große Plan der Dinge

Ich möchte mit dem wichtigsten Spartipp für die Ausbildung Ihres Pferdes schließen. Die meisten Verletzungen bei Pferden entstehen, weil wir zu schnell Ergebnisse erzielen wollen. Es ist wichtig, das Training des Pferdes damit zu vergleichen, wie Sie selbst trainieren würden, wenn Sie einen Marathon laufen wollten. Wenn Sie nicht in Form sind, erwarten Sie nicht, dass Sie innerhalb weniger Monate in Form kommen. Und wenn Sie es trotzdem versuchen, dann werden Sie sich vermutlich einige Laufverletzungen zuziehen. 

Das Gleiche gilt für die Arbeit mit dem Pferd. Wenn wir ihm beibringen möchten seinen Körper locker und entspannt einzusetzen und dabei das Brustbein anzuheben, müssen alle Muskeln und Sehnen des Pferdes entsprechend trainiert sein. Manche Pferde sind mit dieser Art von Bewegung überhaupt nicht vertraut. 

Wenn Sie eine Situation haben, in der es offensichtlich ist, dass das Pferd die Aufgabe nicht versteht, dann müssen Sie einen Schritt zurücktreten (oder zwei) und versuchen herauszufinden, welche Bewegungsabläufe oder Bereiche nicht funktioniert. Danach sollten Sie überlegen, welche Übungen Ihr Pferd machen kann, um dies zu korrigieren. 

Viele Leute denken zum Beispiel, dass das Pferd nur den Hals senken muss, um den Rücken anzuheben. Dies ist der größte Fehler, der mir als Ausbilder begegnet und Ursache für zahlreiche Hals-, Kranial- und Rückenschädigungen. Wenn Ihr Pferd seinen Körper und sein Gewicht nicht korrekt einsetzen kann, hat es keinen Sinn, den Hals zu senken - es ist durchaus in der Lage, den Hals fallen zu lassen und gleichzeitig seinen Rücken abzusenken. In einem Unterrichtsszenario muss Ihr Ausbilder einen vollständigen Überblick über Ihre Ziele haben, um Ihnen dann den Weg zu ebnen, der Sie in die Lage versetzt, die entsprechenden Schritte zu unternehmen. Ein erfahrener Reitlehrer gibt Ihnen das Gefühl von Sicherheit, gibt Ihnen das Gefühl, dass Sie kompetent sind in dem, was Sie erreichen wollen, und eröffnet Ihnen neue Wege, die Sie gemeinsam beschreiten können. Zu viele Menschen erleben während ihres Unterrichts Frustration, fühlen sich angespannt oder sind nach einem beendeten Unterrichtsszenario völlig erschöpft. Das ist kein gut angelegtes Geld.

Wenn Ihre Ausbilder didaktisch versiert sind, wissen sie auch wie man eine Aufgabe präsentiert. Die Anforderungen sollten dazu führen, dass Sie besser und stärker werden und sowohl Ihr Vertrauen als auch das Ihres Pferdes sollte wachsen. Es ist nicht das Selbstvertrauen des Lehrers, das wachsen muss, es ist IHRES. 

Das Training muss erfüllend sein und Pferd und Reiter mit Energie und Lust auf mehr belohnen - unabhängig vom Wetter und von der gewählten Disziplin. Es muss Sie stärken, sowohl körperlich als auch geistig. 

8. Tipp: Ist Ihr Ausbilder im Unterrichten und nicht nur im Reiten ausgebildet, ist er oftmals besser in der Lage, Ihnen effektiver zu helfen und Sie kommen voll auf Ihre Kosten.

1. Tipp: Verwenden Sie Ihr Geld für den richtigen Ausbilder für Sie und Ihr Pferd. 

Als Reitlehrerin bin ich natürlich der Meinung, dass der Unterricht Priorität hat. Aber lesen Sie trotzdem weiter. Vielleicht erfahren Sie, wie man sein Geld strecken kann, um guten Unterricht zu bezahlen, auch und gerade wenn man sparen muss.
So sparen Sie Geld 
für Ihre Reitstunden  
Von Line Hummel    //  Foto: Charlotte Fuglsang 

Es ist schwer, sich von den Preissteigerungen bei Futtermitteln, Holzpellets, Strom und Gas nicht einschüchtern zu lassen. Meine Gaskosten sind genauso gestiegen wie die aller anderen, und das merke ich als Ausbilderin, die nicht im eigenen Haus arbeitet, deutlich.  

Aber keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, bei den Reitstunden zu sparen. Bevor ich meine Ratschläge und Gedanken zu diesem Thema mit Ihnen teile, möchte ich darauf hinweisen, dass jeder von uns Anleitung braucht, wenn wir uns von unserer derzeitigen Position aus verbessern wollen. Wenn wir uns aus eigener Kraft verbessern könnten - und das Beste werden könnten, was wir sein können -, dann hätten wir das bereits getan. Wir können keine Veränderung erwarten, wenn wir weiterhin dieselben Muster wiederholen. 

Wir tun das, was wir gewohnt sind zu tun, bis uns jemand neue Möglichkeiten aufzeigt. 

Ich steckte auf meinem Leistungsstand fest, bis ich meinen Ausbilder entdeckte. Lange Zeit war ich auf der Suche nach der richtigen Person, hielt an meinen Vorstellungen fest, wie dieser Trainer sein sollte und gab mir und meinen Pferden ein Versprechen, wie wir uns ausbilden lassen wollen. All diese Überlegungen gaben mir die Chance, einen Reitlehrer zu finden, der genau zu mir passt.  

Meine Versprechen an mich und meine Pferde sind:  

Ich werde keine Strafen oder Korrekturen mit Gerte, Sporen oder Gebiss anwenden. Ich werde einen Weg finden dies zu vermeiden. 

1.

2.

Ich möchte, dass wir beide Spaß haben. 

3.

Ich werde keine Kompromisse eingehen, wenn es darum geht, an der Dressur zu arbeiten. Ich möchte meinem Pferd beibringen, sich auf gesunde, elastische und schöne Weise zu bewegen. 

Ich möchte, dass das Pferd mit mir zusammenarbeitet, wenn es dazu in der Lage ist. 

4.

Ich weiß, dass Turniere mein Ziel sind und ich möchte, dass mein Pferd Spaß daran hat, mich dorthin zu begleiten. 

5.

Wenn Sie versuchen, Geld für Reitstunden zu sparen, sollten Sie als erstes einen Reitlehrer finden, der genau zu Ihnen passt. Das können Sie aber nur, wenn Sie Ihre Grundwerte in Bezug auf die Pferdeausbildung definieren. 

Wenn Sie Woche für Woche bei einem Ausbilder reiten, dessen Grundwerte Sie nicht teilen, verschwenden Sie wahrscheinlich nur Ihr Geld. Das ist Geld, das Sie ausgeben, ohne Ihre eigenen Werte zu fördern, unabhängig davon, wie günstig die Preise des Ausbilders sein mag.

Das Beste aus dem Reitunterricht machen 

Das Erlernen neuer Dinge erfordert viel Zeit. Vergewissern Sie sich, dass Sie wissen, was Sie nach jeder Unterrichtsstunde alleine üben sollen. Wenn Ihr Reitlehrer Sie nicht bereits informiert hat, liegt es in Ihrer Verantwortung, um Hausaufgaben zu bitten. Fragen Sie, was Sie bis zur nächsten Stunde üben sollen. 

Denken Sie daran, dass es wichtig ist, den Mut zu haben, Ihren Trainer um Klarstellung zu bitten. Zu viele Reiter trauen sich nicht, ihre Reitlehrer zu fragen, was gemeint ist, wenn er/sie zum Beispiel sagt: „Lassen sie die Schulter fallen“ oder „Reiten Sie von hinten nach vorne“. Sie machen einfach irgendetwas nach dem Zufallsprinzip und hoffen, dass es richtig ist. Wenn Sie nur die Hälfte der Anweisungen verstehen, ist es reine Geldverschwendung. Haben Sie den Willen alles zu verstehen und bestehen Sie auf einer Erklärung. Beim Lernen gibt es keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. 

4. Tipp:  Es ist in Ordnung, wenn es hart ist, aber das Training muss Ihnen Energie geben 

2. Tipp: Verstehen Sie genau, was von Ihnen verlangt wird und haben Sie den Mut, um eine Erklärung zu bitten, wenn Sie es nicht verstanden haben. 

Die Frage, wie oft man eine Reitstunde nehmen sollte, ist sehr individuell. Aber man sollte Zeit einkalkulieren, um zu üben und zu fühlen, wie es weitergeht. Bei der Pferdeausbildung geht es darum, das Pferd zu spüren und das braucht eben etwas. Das Pferd benötigt ebenfalls Zeit, um Muskeln aufzubauen und sich körperlich zu verändern. Nur so wird es beweglicher und geschmeidiger, um gut mit Ihnen zu arbeiten. Dieser Teil erfordert sowohl für Ihr Pferd als auch für Sie selbst Zeit. 

Wenn ich neue Reiter ausbilde, beginne ich oft mit einer zweiwöchigen Unterrichtspause. Danach gebe ich in der Regel einmal im Monat Unterricht. In der Zwischenzeit kann der Reiter gerne anrufen, schreiben oder Videos schicken. Ich bin gerne bereit, am Telefon zu sprechen, wenn der Reiter frustriert ist oder etwas hat, das nicht bis zu unserem nächsten Treffen warten kann. Die ständige Kommunikation gibt den Reitern das Gefühl, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind. 

Übung macht den Meister 

Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass ich unbedingt einmal pro Woche Unterricht brauche, um meine Reitkenntnisse zu verbessern. Das war ein großer Irrtum, sowohl in Bezug auf mich selbst als auch auf die Reiter, die ich heute unterrichte. Wenn der Unterricht besonders gut ist, dann sollte man neue Erkenntnisse gewonnen haben, an denen man arbeiten muss, bis man sich wieder trifft. Das Training und das Üben zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden sind eine unserer wichtigsten Aufgaben, wenn wir uns verbessern wollen. Aber jedes Training muss sinnvoll sein. Deshalb können Sie mit weniger Stunden Geld sparen, haben aber trotzdem klar definierte Übungen, an denen Sie zwischendurch arbeiten können. 

Oft haben wir uns viel vorgenommen. Manchmal vergeht die Zeit jedoch sehr schnell und wir haben nicht so viel trainiert, wie wir wollten. Aber Sie und Ihr Pferd werfen Geld zum Fenster hinaus, wenn Sie Ihre neuen Übungen nicht zwischen den einzelnen Reitstunden trainieren. Da unser Gehirn lieber aufgreift, was es bereits kennt, als Energie darauf zu verwenden, etwas Neues zu lernen etwas, dessen Zweck wir vielleicht nicht einmal ganz verstehen, müssen Sie Prioritäten setzen. An dieser Stelle müssen Sie die Kompetenz Ihres Reitlehrers nutzen, der Ihnen genau zu sagt, warum Sie das trainieren müssen. Bitten Sie ihn, Ihnen zu verdeutlichen, was das für Sie und Ihr Pferd bedeuten wird. Das ist etwas, das Sie motivieren kann, fleißig zu üben. 

Hausaufgaben und Training sollten nie zu einer langweiligen Pflicht werden

Zu viele Reiterinnen und Reiter glauben, dass Training langweilig und anstrengend ist. Das muss es aber nicht sein. Manchmal gebe ich einem Reiter folgende Aufgabe mit auf den Weg: Finde heraus, was Du wirklich gerne mit Deinem Pferd machst. Danach ist es meine Aufgabe, das in das Training einzubauen. Etwas Schwieriges zu üben, muss nicht ermüdend sein oder gar etwas, wofür man Energie aufbringen muss. Dann wird es zu einer langweiligen Pflicht. Das ist eine Verschwendung Ihrer Zeit und der Ihres Pferdes, und Sie beide haben etwas Besseres verdient als das. 


6. Tipp: Verbringen Sie viel Zeit mit Ihrem Pferd und vertrauen Sie ihm.

3. Tipp: Fragen Sie nach Hausaufgaben und setzen Sie Prioritäten beim Training 

7. Tipp: Geben Sie kein Geld für eine Ausrüstung aus, die Sie einschränkt, einengt, zurückhält und Sie und Ihr Pferd daran hindert, die wichtigsten Dinge im Training zu lernen.

Koppel-Training 

Während der Weide- und Paddockzeit des Pferdes gibt es viel freies Training. Wenn Sie Ihr Pferd immer reiten, kann es seinen Körper auf der Wiese / dem Paddock frei trainieren. Aber es gibt einige Parameter, die wir berücksichtigen müssen. Welche Art von Weide oder Paddock steht Ihrem Pferd zur Verfügung? Ist er völlig eben und besteht er nur aus einem Bodenbelag? Wird das Heu in einer Box oder einem Netz und immer an der gleichen Stelle angeboten? Oder gehören Sie zu den glücklichen Pferdebesitzern, die Zugang zu einem Auslauf mit Gras, Erde, Hügeln, Stöcken, Steinen und vielleicht Kies oder Sand haben, der es dem Pferd ermöglicht, seinen Körper zu nutzen und zu spüren, während es seinen Geruchssinn zur Futtersuche einsetzt? Auf einer Koppel mit vielen verschiedenen Höhenlagen und unterschiedlichen Bodenmaterialien kann Ihr Pferd seinen Körper ohne das Reitergewicht trainieren. Das ist ein sehr wichtiges Training. 

Stellen Sie sich vor, Sie müssten immer denselben Rucksack mit sich herumtragen, wenn Sie losgehen. Ich glaube, Sie würden anfangen, eine gewisse Spannung in Ihrem Körper aufzubauen. Wenn Sie aber ab und zu den Rucksack abnehmen und Ihren Körper auf vielfältige Weise trainieren, werden Sie einen gesünderen, beweglicheren und stärkeren Körper bekommen. 

5. Tipp: Der Paddock / die Weide kann zu einem wunderbaren Fitnessstudio für Ihr Pferd werden

Qualität vor Quantität 

Bei der Arbeit mit einem Pferd ist die Qualität unserer Arbeit viel wichtiger als die Dauer unseres Trainings. Ich erinnere mich an einen Workshop, bei dem Catherine Laudrup-Dafour erwähnte, dass sie Cassidy zwei Stunden lang trainieren könne, und ich dachte: „Oh, Mann! Ich werde meine Pferde niemals dazu bringen, zwei Stunden lang mit Enthusiasmus, Bereitschaft und Elan zu trainieren.“ Aber mein Pferd ist nicht Cassidy, und obwohl meine Pferde sehr gut in der Dressur und in der Selbsthaltung geworden sind, sind wir immer noch nicht auf dem Niveau von Cassidy. Es wäre vollkommen lächerlich, wenn ich sie durch eine ganze zweistündige Dressurstunde schleifen würde. Ich denke, wenn wir uns mit den Weltmeistern vergleichen, ist das zu viel für unsere Pferde. 

Zu Hause habe ich immer auf die Uhr geschaut, um zu sehen, wie lange wir schon trainieren. Es schwankte zwischen 20 Minuten und anderthalb Stunden. Für mich ist es wichtig, dass ich mich ständig innerhalb der Grenzen bewege, in denen meine Pferde Spaß haben und ich die Konzentration aufrechterhalten kann. Ich ziehe es vor, etwas das Freude macht, 20 Minuten lang gut zu trainieren, als dass ich meine Pferde wieder und wieder bestimmte Lektionen abspulen lasse. Ich bevorzuge es, wenn sich meine Pferde selbst tragen und elastisch bewegen, ohne zu verkrampfen. 

Für welche Art von Ausrüstung lohnt es sich, Geld auszugeben? 

Das hängt ausschließlich von Ihnen und Ihrem Pferd ab. Was bei meinem Pferd funktioniert, muss nicht unbedingt auch bei Ihrem Pferd oder bei Ihnen auch funktionieren. Aber es gibt eine Sache, auf die ich hinweisen möchte - etwas, das Sie dazu bringen kann, sich bei den Ausgaben zurückzuhalten: Die Ausrüstung, die Ihnen den Himmel auf Erden, die perfekte Körperhaltung und eifrige Hinterhandaktivität wie von selbst versprechen, kann eine teure Angelegenheit sein. Diese Hilfsmittel funktionieren hervorragend bei Pferden, die bereits wissen, wie sie ihre Hinterhand einsetzen, ihren Rücken anheben und ihren Körper während des Reitens entspannen können. Außerdem haben Sie keine Chance zu beurteilen, ob sich Ihr Pferd richtig bewegt, wenn es all diese Ausrüstung trägt. Abgesehen davon, dass Sie zu viel Geld für eine Ausrüstung ausgeben, riskieren Sie, später noch mehr für Behandlungen und Rehabilitation ausgeben zu müssen. 

Der große Plan der Dinge

Ich möchte mit dem wichtigsten Spartipp für die Ausbildung Ihres Pferdes schließen. Die meisten Verletzungen bei Pferden entstehen, weil wir zu schnell Ergebnisse erzielen wollen. Es ist wichtig, das Training des Pferdes damit zu vergleichen, wie Sie selbst trainieren würden, wenn Sie einen Marathon laufen wollten. Wenn Sie nicht in Form sind, erwarten Sie nicht, dass Sie innerhalb weniger Monate in Form kommen. Und wenn Sie es trotzdem versuchen, dann werden Sie sich vermutlich einige Laufverletzungen zuziehen. 

Das Gleiche gilt für die Arbeit mit dem Pferd. Wenn wir ihm beibringen möchten seinen Körper locker und entspannt einzusetzen und dabei das Brustbein anzuheben, müssen alle Muskeln und Sehnen des Pferdes entsprechend trainiert sein. Manche Pferde sind mit dieser Art von Bewegung überhaupt nicht vertraut. 

Wenn Sie eine Situation haben, in der es offensichtlich ist, dass das Pferd die Aufgabe nicht versteht, dann müssen Sie einen Schritt zurücktreten (oder zwei) und versuchen herauszufinden, welche Bewegungsabläufe oder Bereiche nicht funktioniert. Danach sollten Sie überlegen, welche Übungen Ihr Pferd machen kann, um dies zu korrigieren. 

Viele Leute denken zum Beispiel, dass das Pferd nur den Hals senken muss, um den Rücken anzuheben. Dies ist der größte Fehler, der mir als Ausbilder begegnet und Ursache für zahlreiche Hals-, Kranial- und Rückenschädigungen. Wenn Ihr Pferd seinen Körper und sein Gewicht nicht korrekt einsetzen kann, hat es keinen Sinn, den Hals zu senken - es ist durchaus in der Lage, den Hals fallen zu lassen und gleichzeitig seinen Rücken abzusenken. In einem Unterrichtsszenario muss Ihr Ausbilder einen vollständigen Überblick über Ihre Ziele haben, um Ihnen dann den Weg zu ebnen, der Sie in die Lage versetzt, die entsprechenden Schritte zu unternehmen. Ein erfahrener Reitlehrer gibt Ihnen das Gefühl von Sicherheit, gibt Ihnen das Gefühl, dass Sie kompetent sind in dem, was Sie erreichen wollen, und eröffnet Ihnen neue Wege, die Sie gemeinsam beschreiten können. Zu viele Menschen erleben während ihres Unterrichts Frustration, fühlen sich angespannt oder sind nach einem beendeten Unterrichtsszenario völlig erschöpft. Das ist kein gut angelegtes Geld.

Wenn Ihre Ausbilder didaktisch versiert sind, wissen sie auch wie man eine Aufgabe präsentiert. Die Anforderungen sollten dazu führen, dass Sie besser und stärker werden und sowohl Ihr Vertrauen als auch das Ihres Pferdes sollte wachsen. Es ist nicht das Selbstvertrauen des Lehrers, das wachsen muss, es ist IHRES. 

Das Training muss erfüllend sein und Pferd und Reiter mit Energie und Lust auf mehr belohnen - unabhängig vom Wetter und von der gewählten Disziplin. Es muss Sie stärken, sowohl körperlich als auch geistig. 

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