Wir lieben es, dabei zu sein  

Wir sind sehr froh, dass wir die Gelegenheit hatten, uns mit den beiden Reiterinnen zu unterhalten und einen Einblick in ihr Leben als Reiter an der Spitze der Weltrangliste zu bekommen. Wir hier bei Malgré Tout freuen uns darauf, ihre Entwicklung zu verfolgen, und es wird spannend sein zu sehen, was die nächsten Jahre für beide bringen werden.   

Wenn auch Sie die Entwicklung verfolgen möchten, empfehlen wir Ihnen, beiden Reiterinnen auf ihren Social Media Accounts zu folgen. Hier versorgen sie ihre Follower regelmäßig mit tollen Bildern, Videos hinter den Kulissen und vielem mehr!   

Foto: FEI / Leanjo de Koster

königinnen

Zwei Dressur

Dinja van Liere       
&

CHARLOTTE FRY

Von Line Holm-Bode    //  Foto: Kunddahl Graphic & Photography & FEI

Was braucht es, um bei den Weltmeisterschaften auf das Podium zu kommen? Wir sprachen mit Weltmeisterin Charlotte Fry und WM-Bronzemedaillengewinnerin Dinja van Liere und versuchten die Geheimnisse hinter ihren Erfolgen bei den Weltmeisterschaften zu erfahren.  

Foto: FEI / Leanjo de Koster
Foto: FEI / Leanjo de Koster

Hermés

  • Reiterin: Dinja van Liere  
  • Ejes af Hengstenstation van Uytert 
  • Geschlecht: Hengst 
  •     Alter: 10 Jahre 

„Ich denke, das Wichtigste für mich ist, dass sowohl Reiter als auch Pferde Spaß haben. Ich liebe es, mit meinen Pferden zu arbeiten, und ich glaube, meine Pferde arbeiten gerne mit mir. Eine Bindung zwischen Pferd und Reiter zu schaffen, ist etwas ganz Besonderes, und das ist es, was ich am meisten am Reiten liebe. Mein Ziel ist es, so leichte Hilfen wie möglich zu geben und so harmonisch wie möglich zu reiten.“

Dinja van Liere's Ansatz zur Ausbildung 

Lottie Frys Ansatz zur Ausbildung  

„Wir behandeln jedes Pferd individuell. Es gibt nicht die eine Trainingsmethode, die für alle passt. Ich arbeite mit Anne van Olst zusammen und sie hilft mir, herauszufinden, was jedes Pferd in seinem Training braucht. Das kann von einem Pferd zum anderen völlig unterschiedlich sein. Wie sie auf das Training reagieren und welche Herausforderungen sie haben. Ich denke, das Wichtigste ist, offen zu sein und dem Pferd einfach zuzuhören. Schließlich wollen wir ein bestimmtes Ziel erreichen, aber ein Pferd muss vielleicht einen ganz anderen Weg gehen, um dorthin zu gelangen als ein anderes.“

Glamourdale

  • Reiterin: Lottie Fry  
  • Besitzer: Van Olst Horses 
  • Geschlecht: Hengst 
  • Alter: 11 Jahre 

Träume für die Zukunft   

Viele Reiterinnen und Reiter haben einen bestimmten Traum, den sie in der Zukunft verwirklichen möchten. Ich persönlich würde gerne mein eigenes Pferd von jungen Jahren an ausbilden. Viele andere Reiter träumen davon, auf großen Turnieren zu reiten - wie zum Beispiel bei den Weltmeisterschaften. Aber wenn man genau das erreicht hat, wovon viele andere Reiter noch träumen, was wünscht man sich dann für die Zukunft? „Ich glaube nicht, dass ich es jemals besser haben könnte. Das ist der Traum. Solange ich Spaß an den Pferden habe und sie glücklich sind, ist mein Ziel erreicht. Dann bin ich glücklich,“ sagt Lottie Fry

Auf dem Sofa entspannen oder direkt in den Stall? 

Als Zuschauer einer so großen Veranstaltung wie der Weltmeisterschaft kann man sich kaum vorstellen, welche Gefühle die Reiter nach den Wettkämpfen haben müssen. Die Zeit vor einer WM ist sehr anstrengend. Es muss eine große Erleichterung sein, wenn sie vorbei ist. Aber gehen die Reiter dann nach Hause und verbringen ein paar Tage auf dem Sofa und nehmen ein entspannendes Bad? Nein. Am nächsten Tag geht es direkt wieder in den Stall.   

Als ich Lottie frage, was sie am Tag nach der WM gemacht hat, antwortet sie lachend: „Ich glaube, ich bin reiten gegangen.“  Beide erinnern sich jedoch gerne an die Feierlichkeiten in Herning zurück, und Dinja sagt: „In Herning haben wir mit Sekt und allem, was dazu gehört gefeiert. Es war so schön, dass alle da waren.“ Auch Lottie erinnert sich, dass sie und ihr Team ein schönes Sektfrühstück hatten, um die Erfolge zu feiern.    

Beide haben jedoch gemeinsam, dass kurz nach den Weltmeisterschaften das nächste Turnier für die jüngeren Pferde anstand. Es blieb also nicht viel Zeit, um auf dem Sofa zu liegen.   

Hoffnungen für die Zukunft   

Bei der Frage, wo sie sich in zehn Jahren sehen, machen ihre Antworten deutlich, wie gut es ihnen im Moment geht und wie glücklich und dankbar sie für ihr Leben und ihre Reitkarriere sind. Sie sagen sogar, ihr größter Traum sei es, so weitermachen zu können wie zur Zeit. „Nun, ich hoffe, dass es so weitergeht wie bisher - ich möchte an Wettkämpfen teilnehmen und Pferde bis zum Grand-Prix-Niveau ausbilden“, sagt Lottie. Ganz ähnlich antwortet Dinja: „Ich hoffe auf das Gleiche wie jetzt. Turniere, ein schönes Pferd, vielleicht ein zweites Pferd, Weltmeisterschaften, die Olympischen Spiele - und einfach nur mit Pferden zu arbeiten, was meine größte Leidenschaft ist.“ „Wie toll ist es, jeden Tag mit

Pferden arbeiten zu können? Wenn ich das bis zu meinem 80. Lebensjahr weiter machen kann, werde ich ein sehr glücklicher Mensch sein“ - Dinja van Liere Das zeigt einmal mehr, dass beide Reiterinnen eine große Liebe und Leidenschaft für die Pferde haben. Es ist zweifellos diese Leidenschaft, die sie beide antreibt, weiterzumachen und ihre größten Träume zu verwirklichen.

Auf dem Podium der Weltmeisterschaft    

Doch natürlich sind sie mehr als das. Sie haben hart gearbeitet, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt stehen. Es war ein langer Weg, um bis zu den Weltmeisterschaften zu kommen und sogar auf dem Podium zu landen. Deshalb musste ich sie fragen, was dazu beigetragen hat, dass sie es geschafft haben.  

Drei Dinge, die auf das Podium führten  

Als ich Dinja danach frage, antwortet sie recht schnell: „Mein Pferd Hermès, sein Besitzer und mein Trainer. Man kann nichts erreichen ohne ein Pferd und einen guten Besitzer, der Dir hilft und Dich auf dem Pferd reiten und an Wettkämpfen teilnehmen lässt. Und dann mein Trainer, der mir immer zur Seite steht. Wir trainieren die ganze Zeit zusammen.“  

Lottie hingegen konzentriert sich auf drei Dinge bei den Weltmeisterschaften selbst und antwortet: „Mein ganzes Training mit Anne (Anm. d. Red.: Anne van Olst, Lotties Trainerin), die Musik für unsere Kür und die Pflegerin von Glamourdale, die dafür sorgte, dass er sich immer bestens fühlte, was unglaublich wichtig ist.“   

Beide sind sich bewusst, dass man allein nicht so weit kommen kann. Um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt sind, braucht es ein gutes Pferd und einen guten Besitzer, einen guten Trainer und viel Hilfe bei all den praktischen Dingen, die dazugehören.   

Die Meisterschaften waren erstaunlich und schwierig zugleich  

Es besteht kein Zweifel, dass bei einer solchen Weltmeisterschaft viele Emotionen im Spiel sind. Adrenalin pumpt durch den Körper, ebenso Freude und Aufregung und die Nerven sind angespannt. Deshalb war ich neugierig zu erfahren, welche Momente für die beiden Reiterinnen am deutlichsten hervorstechen - der schönste und der schwierigste Moment.   

Die besten Momente  

Als ich die beiden Reiterinnen darauf anspreche, müssen sie beide einen Moment lang nachdenken. Aber dann sagt Lottie: „Der beste Moment war definitiv die allerletzte Mittellinie unserer Kür. Alles war perfekt gelaufen, die Zuschauer klatschten und Glamourdale hat so ziemlich alles selbst gemacht - ich musste eigentlich nur genießen.“ Die meisten Reiter kennen hoffentlich das Gefühl, das man nach einer fantastischen Trainingseinheit oder nach einer perfekten Runde bei einem Turnier hat  und ich kann nur erahnen, welches Hochgefühl man nach einer gelungenen Runde auf einer Weltmeisterschaft haben muss.    

Dinja beschreibt ihren allerbesten Moment so: „Als wir die erste Medaille gewonnen haben. Ich war wirklich glücklich und stolz. Nachdem ich geritten war, kam Isabell Werth ins Viereck, das habe ich auf der großen Leinwand verfolgt. Man konnte sehen, dass sie um eine Medaille kämpfte, und um ehrlich zu sein, hatte ich ein bisschen Angst. Aber ich war so glücklich, weil ihre Punktzahl ein bisschen niedriger war als meine. Ich bin eigentlich nicht aufgeregt, wenn ich selbst reite, aber als sie geritten ist, war ich wirklich nervös. Sie ist einfach die Königin der Dressur!“   

Die schwierigsten Momente 

Auch Lottie kennt die Nervosität, die Dinja hier beschreibt, denn sie selbst spricht von ihrem schwierigsten Moment - dem Warten. „Der schwierigste Moment war nach unserer Kür, als wir alles gemacht hatten, was wir machen konnten. Dann mussten wir nur noch auf die Ritte und Ergebnisse der anderen warten. Das ist an sich nicht schwer - aber es ist sehr nervenaufreibend. Aber wenn man weiß, dass man sein Bestes gegeben hat, dann ist man natürlich glücklich, egal, was passiert.“   

Für Dinja war der schwierigste Moment etwas ganz anderes - eine ganz unerwartete Situation, die eine sofortige Lösung forderte. „Der schwierigste Moment für mich war der Abend vor dem Grand Prix. Uns wurde gesagt, dass es eine neue Regel für das Gebiss gibt, und dass das Gebiss, mit dem ich normalerweise reite, nicht mehr erlaubt ist. Das war in der Nacht vor dem Grand Prix. Da dachte ich nur: 'Oh nein, was machen wir jetzt?' Natürlich haben wir ein anderes Gebiss benutzt, und zum Glück gab es keinerlei Probleme. Für Hermès war das andere Gebiss absolut in Ordnung.“ 

Glücksbringer  

Einige große Sportstars tragen zu den großen Wettkämpfen gerne einen kleinen Glücksbringer mit sich, und natürlich wollte ich wissen, ob Dinja und Lottie das auch tun. Als ich Dinja danach frage, fängt sie an zu lachen und antwortet: „Nein, das mache ich nicht. Ich habe zu viel Angst, dass ich den Glücksbringer verliere und dann denke, mein Glück hat mich verlassen.“  

Lottie hingegen trägt einen Talisman bei sich. Sie sagt: „Ich trage immer eine bestimmte Halskette - ein Medaillon mit dem Bild meiner Mutter. Ich trage es zu jedem Turnier.“ Die Mutter von Lottie ist die verstorbene Dressurreiterin Laura Fry. Laura nahm 1992 an den Olympischen Spielen teil und gewann mit der britischen Nationalmannschaft eine Silbermedaille, bevor sie einen erfolgreichen Dressurstall führte.    


Bei den Weltmeisterschaften, im August 2022 in Herning (Dänemark), wurde deutlich: es gibt einige unglaublich talentierte junge Reiterinnen, die sich ihren Weg an die Spitze der Weltrangliste bahnen. Das Starterfeld war mit diesen ReiterInnen besetzt, und wir freuen uns sehr, dass wir die Gelegenheit hatten, mit zwei von ihnen zu sprechen. 

Beide Reiterinnen schafften es zusammen mit ihren unglaublich guten Pferden, dass den Zuschauern auf der Tribüne die Kinnlade herunterfiel. Sie sind mit Sicherheit für viele Reiter auf der ganzen Welt eine große Inspiration. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?    

Ihre Gemeinsamkeiten  

Lottie Fry und Dinja van Lieren haben hart daran gearbeitet, um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Sie sind früh am Morgen im Stall und gehen erst wieder nach Hause, wenn alles erledigt ist - am späten Nachmittag oder Abend. Fast ihre gesamte Zeit verbringen sie auf dem Pferderücken.

Ein typischer Tag 

Bei der Beschreibung ihres Tagesablaufs wird klar, dass der Alltag von Lottie und Dinja ziemlich ähnlich ist. Lottie sagt, dass sie es liebt, morgens die Erste im ruhigen Stall zu sein. Normalerweise beginnt sie um 6:00 Uhr und füttert die Pferde in aller Ruhe. „Ich fange fast immer um 7 Uhr an zu reiten und mache das den ganzen Tag über. Ich habe das große Glück, zwei gute Pferdepfleger und ein wirklich nettes Mädchen aus Neuseeland zu haben, das die Pferde für mich aufwärmt. Sie reitet auch ein- oder zweimal pro Woche ein paar der jüngeren Pferde für mich. Sie helfen mir, den Tag zu überstehen - und es ist wirklich nur ein solides Reiten, bis wir fertig sind. Das ist normalerweise gegen 18 Uhr. Ich reite im Durchschnitt etwa 14 Pferde pro Tag.“   

Dinja ist ebenfalls den ganzen Tag bei den Pferden und sagt: „Ich fange normalerweise um 8:00 Uhr morgens an, die Pferde in meinem eigenen Stall zu reiten, und bin dann gegen 15:00 Uhr fertig. Danach gehe ich in den Stall von Hermès und reite ihn. Abends unterrichte ich in der Regel bis 21:00 Uhr, dann gehe ich nach Hause, esse zu Abend, dusche und ab ins Bett."   

Die beiden Reiterinnen verbringen also fast den ganzen Tag mit den Pferden oder im Sattel - und es zeigt sich deutlich, wie viel Arbeit hinter ihrem Erfolg steckt.   

Eine frühe Liebe zu Pferden 

Eine weitere Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie ihre Reitkarriere und ihre Liebe zu Pferden schon früh begonnen haben. Lottie machte ihre ersten Erfahrungen auf dem Pferderücken im Alter von drei Jahren, als sie auf ihren beiden weißen Shetlandponys ritt. Dinja saß zum ersten Mal im Sattel, ebenfalls auf einem weißen Pony namens Flits. Flits war es auch, die dafür sorgte, dass sich die sechsjährige Dinja ins Reiten verliebte.   

Diese Liebe zu den Pferden wird von den beiden Reiterinnen eindeutig geteilt und lässt beide strahlen. Daran habe ich keinen Zweifel, wenn ich mit den ihnen spreche. 

Ein Leben mit vollem Terminkalender  

Kein Zweifel, die Terminkalender sind voll. Es gibt viele Dinge zu erledigen, und viele Pferde, die jeden Tag trainiert werden müssen. Wenn man sich mit ihnen zu unterhält, wird klar, dass sie selten die Gelegenheit haben, auf der Couch zu entspannen. Ganz im Gegenteil. Als ich Dinja van Liere am Telefon erreiche, ist sie gerade in Lyon beim Weltcup. Leider hatte ihr Pferd Hermès einen Hufabszess und sie konnten nicht wie geplant antreten. Natürlich war sie darüber sehr traurig, aber sie blieb positiv und klang am Telefon fröhlich.   

Als ich Lottie Fry an einem späten Donnerstagnachmittag traf, war sie gerade im Stall fertig und hatte den Reittag beendet. Ihr war deutlich anzumerken, dass sie den Tag mit dem verbracht hat, was sie liebt – den Pferden.  

Ein weiteres Merkmal haben die Reiterinnen gemeinsam: sie sind freundlich und fröhlich und wirken sehr bodenständig - wie ganz normale Pferdemädchen.   

Foto: FEI / Leanjo de Koster

Wir lieben es, dabei zu sein  

Wir sind sehr froh, dass wir die Gelegenheit hatten, uns mit den beiden Reiterinnen zu unterhalten und einen Einblick in ihr Leben als Reiter an der Spitze der Weltrangliste zu bekommen. Wir hier bei Malgré Tout freuen uns darauf, ihre Entwicklung zu verfolgen, und es wird spannend sein zu sehen, was die nächsten Jahre für beide bringen werden.   

Wenn auch Sie die Entwicklung verfolgen möchten, empfehlen wir Ihnen, beiden Reiterinnen auf ihren Social Media Accounts zu folgen. Hier versorgen sie ihre Follower regelmäßig mit tollen Bildern, Videos hinter den Kulissen und vielem mehr!   

Hermés

  • Reiterin: Dinja van Liere  
  • Ejes af Hengstenstation van Uytert 
  • Geschlecht: Hengst 
  •     Alter: 10 Jahre 

„Ich denke, das Wichtigste für mich ist, dass sowohl Reiter als auch Pferde Spaß haben. Ich liebe es, mit meinen Pferden zu arbeiten, und ich glaube, meine Pferde arbeiten gerne mit mir. Eine Bindung zwischen Pferd und Reiter zu schaffen, ist etwas ganz Besonderes, und das ist es, was ich am meisten am Reiten liebe. Mein Ziel ist es, so leichte Hilfen wie möglich zu geben und so harmonisch wie möglich zu reiten.“

Dinja van Lieres 

træningsmetode

Träume für die Zukunft   

Viele Reiterinnen und Reiter haben einen bestimmten Traum, den sie in der Zukunft verwirklichen möchten. Ich persönlich würde gerne mein eigenes Pferd von jungen Jahren an ausbilden. Viele andere Reiter träumen davon, auf großen Turnieren zu reiten - wie zum Beispiel bei den Weltmeisterschaften. Aber wenn man genau das erreicht hat, wovon viele andere Reiter noch träumen, was wünscht man sich dann für die Zukunft? „Ich glaube nicht, dass ich es jemals besser haben könnte. Das ist der Traum. Solange ich Spaß an den Pferden habe und sie glücklich sind, ist mein Ziel erreicht. Dann bin ich glücklich,“ sagt Lottie Fry

Auf dem Sofa entspannen oder direkt in den Stall? 

Als Zuschauer einer so großen Veranstaltung wie der Weltmeisterschaft kann man sich kaum vorstellen, welche Gefühle die Reiter nach den Wettkämpfen haben müssen. Die Zeit vor einer WM ist sehr anstrengend. Es muss eine große Erleichterung sein, wenn sie vorbei ist. Aber gehen die Reiter dann nach Hause und verbringen ein paar Tage auf dem Sofa und nehmen ein entspannendes Bad? Nein. Am nächsten Tag geht es direkt wieder in den Stall.   

Als ich Lottie frage, was sie am Tag nach der WM gemacht hat, antwortet sie lachend: „Ich glaube, ich bin reiten gegangen.“  Beide erinnern sich jedoch gerne an die Feierlichkeiten in Herning zurück, und Dinja sagt: „In Herning haben wir mit Sekt und allem, was dazu gehört gefeiert. Es war so schön, dass alle da waren.“ Auch Lottie erinnert sich, dass sie und ihr Team ein schönes Sektfrühstück hatten, um die Erfolge zu feiern.    

Beide haben jedoch gemeinsam, dass kurz nach den Weltmeisterschaften das nächste Turnier für die jüngeren Pferde anstand. Es blieb also nicht viel Zeit, um auf dem Sofa zu liegen.   

Hoffnungen für die Zukunft   

Bei der Frage, wo sie sich in zehn Jahren sehen, machen ihre Antworten deutlich, wie gut es ihnen im Moment geht und wie glücklich und dankbar sie für ihr Leben und ihre Reitkarriere sind. Sie sagen sogar, ihr größter Traum sei es, so weitermachen zu können wie zur Zeit. „Nun, ich hoffe, dass es so weitergeht wie bisher - ich möchte an Wettkämpfen teilnehmen und Pferde bis zum Grand-Prix-Niveau ausbilden“, sagt Lottie. Ganz ähnlich antwortet Dinja: „Ich hoffe auf das Gleiche wie jetzt. Turniere, ein schönes Pferd, vielleicht ein zweites Pferd, Weltmeisterschaften, die Olympischen Spiele - und einfach nur mit Pferden zu arbeiten, was meine größte Leidenschaft ist.“ „Wie toll ist es, jeden Tag mit

Pferden arbeiten zu können? Wenn ich das bis zu meinem 80. Lebensjahr weiter machen kann, werde ich ein sehr glücklicher Mensch sein“ - Dinja van Liere Das zeigt einmal mehr, dass beide Reiterinnen eine große Liebe und Leidenschaft für die Pferde haben. Es ist zweifellos diese Leidenschaft, die sie beide antreibt, weiterzumachen und ihre größten Träume zu verwirklichen.

Foto: FEI / Leanjo de Koster

Lottie Frys Ansatz zur Ausbildung  

„Wir behandeln jedes Pferd individuell. Es gibt nicht die eine Trainingsmethode, die für alle passt. Ich arbeite mit Anne van Olst zusammen und sie hilft mir, herauszufinden, was jedes Pferd in seinem Training braucht. Das kann von einem Pferd zum anderen völlig unterschiedlich sein. Wie sie auf das Training reagieren und welche Herausforderungen sie haben. Ich denke, das Wichtigste ist, offen zu sein und dem Pferd einfach zuzuhören. Schließlich wollen wir ein bestimmtes Ziel erreichen, aber ein Pferd muss vielleicht einen ganz anderen Weg gehen, um dorthin zu gelangen als ein anderes.“

Glamourdale

  • Reiterin: Lottie Fry  
  • Besitzer: Van Olst Horses 
  • Geschlecht: Hengst 
  • Alter: 11 Jahre 

Bei den Weltmeisterschaften, im August 2022 in Herning (Dänemark), wurde deutlich: es gibt einige unglaublich talentierte junge Reiterinnen, die sich ihren Weg an die Spitze der Weltrangliste bahnen. Das Starterfeld war mit diesen ReiterInnen besetzt, und wir freuen uns sehr, dass wir die Gelegenheit hatten, mit zwei von ihnen zu sprechen. 

Beide Reiterinnen schafften es zusammen mit ihren unglaublich guten Pferden, dass den Zuschauern auf der Tribüne die Kinnlade herunterfiel. Sie sind mit Sicherheit für viele Reiter auf der ganzen Welt eine große Inspiration. Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?    

Ihre Gemeinsamkeiten  

Lottie Fry und Dinja van Lieren haben hart daran gearbeitet, um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Sie sind früh am Morgen im Stall und gehen erst wieder nach Hause, wenn alles erledigt ist - am späten Nachmittag oder Abend. Fast ihre gesamte Zeit verbringen sie auf dem Pferderücken.

Ein typischer Tag 

Bei der Beschreibung ihres Tagesablaufs wird klar, dass der Alltag von Lottie und Dinja ziemlich ähnlich ist. Lottie sagt, dass sie es liebt, morgens die Erste im ruhigen Stall zu sein. Normalerweise beginnt sie um 6:00 Uhr und füttert die Pferde in aller Ruhe. „Ich fange fast immer um 7 Uhr an zu reiten und mache das den ganzen Tag über. Ich habe das große Glück, zwei gute Pferdepfleger und ein wirklich nettes Mädchen aus Neuseeland zu haben, das die Pferde für mich aufwärmt. Sie reitet auch ein- oder zweimal pro Woche ein paar der jüngeren Pferde für mich. Sie helfen mir, den Tag zu überstehen - und es ist wirklich nur ein solides Reiten, bis wir fertig sind. Das ist normalerweise gegen 18 Uhr. Ich reite im Durchschnitt etwa 14 Pferde pro Tag.“   

Dinja ist ebenfalls den ganzen Tag bei den Pferden und sagt: „Ich fange normalerweise um 8:00 Uhr morgens an, die Pferde in meinem eigenen Stall zu reiten, und bin dann gegen 15:00 Uhr fertig. Danach gehe ich in den Stall von Hermès und reite ihn. Abends unterrichte ich in der Regel bis 21:00 Uhr, dann gehe ich nach Hause, esse zu Abend, dusche und ab ins Bett."   

Die beiden Reiterinnen verbringen also fast den ganzen Tag mit den Pferden oder im Sattel - und es zeigt sich deutlich, wie viel Arbeit hinter ihrem Erfolg steckt.   

Eine frühe Liebe zu Pferden 

Eine weitere Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie ihre Reitkarriere und ihre Liebe zu Pferden schon früh begonnen haben. Lottie machte ihre ersten Erfahrungen auf dem Pferderücken im Alter von drei Jahren, als sie auf ihren beiden weißen Shetlandponys ritt. Dinja saß zum ersten Mal im Sattel, ebenfalls auf einem weißen Pony namens Flits. Flits war es auch, die dafür sorgte, dass sich die sechsjährige Dinja ins Reiten verliebte.   

Diese Liebe zu den Pferden wird von den beiden Reiterinnen eindeutig geteilt und lässt beide strahlen. Daran habe ich keinen Zweifel, wenn ich mit den ihnen spreche. 

Ein Leben mit vollem Terminkalender  

Kein Zweifel, die Terminkalender sind voll. Es gibt viele Dinge zu erledigen, und viele Pferde, die jeden Tag trainiert werden müssen. Wenn man sich mit ihnen zu unterhält, wird klar, dass sie selten die Gelegenheit haben, auf der Couch zu entspannen. Ganz im Gegenteil. Als ich Dinja van Liere am Telefon erreiche, ist sie gerade in Lyon beim Weltcup. Leider hatte ihr Pferd Hermès einen Hufabszess und sie konnten nicht wie geplant antreten. Natürlich war sie darüber sehr traurig, aber sie blieb positiv und klang am Telefon fröhlich.   

Als ich Lottie Fry an einem späten Donnerstagnachmittag traf, war sie gerade im Stall fertig und hatte den Reittag beendet. Ihr war deutlich anzumerken, dass sie den Tag mit dem verbracht hat, was sie liebt – den Pferden.  

Ein weiteres Merkmal haben die Reiterinnen gemeinsam: sie sind freundlich und fröhlich und wirken sehr bodenständig - wie ganz normale Pferdemädchen.   

königinnen

Zwei Dressur

Dinja van Liere       
&

CHARLOTTE FRY

Von Line Holm-Bode    //  Foto: Kunddahl Graphic & Photography & FEI

Was braucht es, um bei den Weltmeisterschaften auf das Podium zu kommen? Wir sprachen mit Weltmeisterin Charlotte Fry und WM-Bronzemedaillengewinnerin Dinja van Liere und versuchten die Geheimnisse hinter ihren Erfolgen bei den Weltmeisterschaften zu erfahren.  

Så langt tilbage, som hun kan huske har 26-årige Charlotte Fry været forelsket i heste. Fra sin første shetlandspony i en alder af tre år til de mest storslåede dressurheste, som hun har vundet medaljer med til både EM, VM og OL. Her fortæller Charlotte historien om sin rejse til toppen, sit yndlingsøjeblik med hestene og det helt særlige forhold, hun har til sin træner og mentor tidligere OL-medaljevinder Anne van Olst.

Af Elisabeth Wille  //  Foto: Privat

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