Gefühl dafür, wie stark die Zügeleinwirkung ist

Charlotte Lemming

Charlotte Lemming unterrichtet und arbeitet mit Pferden und Reitern in ihrem Unternehmen Working Horsemanship. Charlottes Schwerpunkt liegt auf einer guten Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter, unabhängig von Disziplin und Niveau. Sie unterstützt Reiter und Pferde, sowohl körperlich als auch geistig sicherer zu werden. Dies wird durch liebevolle und eindeutige Führung sowie fundierte Arbeit erreicht, die auf Verständnis, Einfühlungsvermögen, Klarheit und Konsequenz aufbaut - sowohl für das Pferd als auch für den Reiter.

– und wie man sie löst 

Drei typische Schwierigkeiten 

Als Reiter haben wir oft ehrgeizige Ziele und wollen, dass das Pferd die Übungen perfekt ausführt. Aber oft tun wir zu viel und vergessen dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie stark die Verbindung zur Reiterhand wirklich ist. 

Fokus auf Horsemanship 

Charlotte arbeitet mit kalifornischen Horse-manship-Traditionen und hat Horseman Buck Brannaman zu ihrem Meister erklärt. Kalifornische Horsemanship geht auf die klassische spanische Reitweise zurück, die im Laufe der Zeit an die Arbeitsdressur angepasst wurde. Ziel ist es, das Pferd so an die Arbeit heranzuführen, dass es seine Aufgabe versteht und sich sicher fühlt.

Unabhängig von Reitweise und Niveau ist die Zusammenarbeit beim Reiten unerlässlich. Die Magie zwischen Pferd und Reiter entsteht, wenn die Partner die Aufgabe gemeinsam lösen - als Team!

Als Reiter muss man sich bewusst sein, was man von dem Pferd verlangt und wie es darauf reagiert. 

Charlotte zeigt, wie man das richtige
 Gefühl für die Zügel hat.

2. Gefühl dafür, wie stark die Zügeleinwirkung ist

Ein weiteres typisches Problem besteht darin, dass viele Reiter Schwierigkeiten haben, ein gutes Gefühl dafür zu entwickeln, wie stark sie die Zügel tatsächlich annehmen. Laut Charlotte ist das Gefühl eine Kombination aus Empfindungen und Verständnis für das Pferd. Im Wesentlichen geht es darum, zu erspüren, wie stark der Zügel angenommen werden darf: „Deshalb konzentriere ich mich sehr darauf, Reitern beizubringen, das Gefühl des Pferdes zu verstehen und nicht einfach nach den Zügeln zu greifen. Sie sollen fühlen, wie stark sie die Zügel tatsächlich annehmen dürfen, um die gewünschte Reaktion des Pferdes zu erreichen.“

Der zweite Tipp bezieht sich also darauf, dass man, wenn man die Zügel aufnimmt und das Pferd um etwas bittet, daran denkt, zu fühlen, wie stark man die Zügel annehmen muss, um die gewünschte Reaktion des Pferdes zu erhalten. Nicht einfach nur zugreifen und vergessen das Gespür für das Pferd zu haben.

Wir haben Charlotte Lemming besucht, um Verständnis für die typischen Probleme von Reitern zu bekommen. Die Herausforderungen, die Charlotte hier anspricht, können unabhängig von der Disziplin auftreten. Daher können diese Tipps für alle Reiter hilfreich sein, unabhängig von ihrem Niveau und ihrer Reitweise. 

1. Mangelndes Bewusstsein dafür, was der Reiter vom Pferd will 

Die erste klassische Schwierigkeit sei, so Charlotte, dass sie oft sieht, wie Reiter ihre Pferde reiten, ohne darüber nachzudenken, was sie wirklich vom Pferd wollen und wie sie das Pferd auffordern, die Übung auszuführen. 

„Ich arbeite viel daran, die Reiter dazu zu bringen, darüber nachzudenken, was sie eigentlich tun, wenn sie ihr Pferd reiten. Deshalb stelle ich ihnen oft Fragen wie: „Was denkst du und was tust du gerade, dass das Pferd sich anspannt?“ oder „Kannst Du spüren, dass jetzt etwas passiert?“ Ich konzentriere mich daher sehr darauf, den Reitern nahe zu bringen, darüber nachzudenken was sie tun und zu beobachten, wie ihr Pferd reagiert. Es geht darum, das Pferd zu führen und sicherzustellen, dass es sich in der jeweiligen Situation sicher fühlt. 

Durch die Dressurarbeit bekommen Reiter mehr Kreativität in Bezug auf die Übungen, die sie mit ihrem Pferd machen können, um ihre Ziele zu erreichen. Ich konzentriere mich darauf, dass der Reiter spürt, was mit seinem Pferd während der Übung passiert, zum Beispiel beim Reiten einer Schlangenlinie. Hier frage ich oft: „Können Sie spüren, wie das Pferd jetzt in der Schulter gerade wird?“ Es geht nicht nur darum, eine Schlangenlinie zu reiten, sondern auch darum, zu spüren, was mit dem Pferd geschieht. 

Als Ausbilderin vermittle ich den Reitern ein Bewusstsein dafür, was Reiter und Pferd gerade tun. So kann der Reiter erkennen, wie er handeln muss, damit das Pferd die Aufgabe versteht. 

Daher ist der erste Ratschlag, dass man sich bewusst sein muss, was man wirklich vom Pferd will. Nur so kann man sicher führen. Sie müssen spüren, was im Körper des Pferdes vor sich geht, wenn Sie es auffordern, eine Übung auszuführen. Fokussieren Sie sich darauf klar und kompetent zu sein. Es ist hilfreich, sich genau erklären zu lassen, wie und warum man eine bestimmte Übung ausführt. So können Sie und das Pferd die Lektion verstehen.

Charlottes Schülerin kann das Gefühl einordnen,
 wenn das Pferd durch Zügeldruck nachgibt 

3. Nicht an den Zügeln
 ziehen, sondern eine Verbindung aufbauen

Die dritte Schwierigkeit, die Charlotte häufig sieht, ist, dass viele Reiter dazu neigen, beim Reiten an den Zügeln zu ziehen. Laut Charlotte geschieht dies oft, weil das Pferd gegen den Zügel geht. Dann hat der Reiter das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, und versucht sie durch Ziehen am Zügel wiederzuerlangen. Außerdem stellt sie fest, dass viele Reiter versuchen ihre Pferde mit Ziehen am Zügel in Seitengängen zu reiten. 

„Es ist wirklich wichtig, den Unterschied zwischen Ziehen am Zügeln und einer guten Verbindung zur Hand zu verstehen. Wenn man eine gute Verbindung mit dem Pferdemaul hat, bewegt sich die Hand des Reiters kaum. Wenn das Pferd jedoch am Zügel zieht, legt es sein Gewicht auf das Gebiss, wodurch sein Gleichgewicht gestört wird. 

Ich lege großen Wert darauf, den Reitern beizubringen, dass das Pferd nachgeben sollte, wenn sie die Zügel aufnehmen. Das ist eine faire Art, mit dem Pferd zu arbeiten, denn so wird das Pferd nicht aus dem Gleichgewicht gebracht oder verunsichert. 

Die Länge des Zügels gibt an, in welchem Rahmen ich das Pferd haben möchte. Das Pferd soll von hinten an die Hand herantreten. Wenn ich die Zügel annehme, möchte ich, dass das Pferd seine Brust hebt, so dass es auf die Hinterhand kommt. Auf diese Weise bekommen wir ein Pferd, das sich selbst trägt und seinen Körper richtig ausbalancieren kann. Es ist nichts falsch daran, Kontakt mit dem Gebiss zu haben, aber man muss sich darauf konzentrieren, dass man dem Pferd nicht in die Quere kommt und es aus dem Gleichgewicht bringt.“

Der dritte Ratschlag bezieht sich darauf, wie wichtig es ist, nicht an seinem Pferd herumzuziehen. Wenn Sie an Ihrem Pferd ziehen, bringen Sie es aus dem Gleichgewicht. Das führt zu Unsicherheit und das Gewicht des Pferdes wird nach vorne verlagert. Indem man immer wieder nachgibt, arbeitet man daran, das Pferd in Selbsthaltung zu bringen.

 

Mangelndes Bewusstsein dafür, was der Reiter vom Pferd will 

Nicht an den Zügeln
 ziehen, sondern eine Verbindung aufbauen

Alle Reiter sehen sich in ihrem Training mit Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert. Manche davon sind aus eigener Kraft nur schwer zu bewältigen. Trainerin Charlotte Lemming sieht oft drei Probleme, die bei vielen Reitern in der gleichen Weise vorkommen - vielleicht auch bei Ihnen?

Von Ulla Christensen // Fotos: Malgré Tout & Majken Soelberg

Mangelndes Bewusstsein dafür, was der Reiter vom Pferd will 

Nicht an den Zügeln
 ziehen, sondern eine Verbindung aufbauen

Gefühl dafür, wie stark die Zügeleinwirkung ist

3. Nicht an den Zügeln
 ziehen, sondern eine Verbindung aufbauen

Die dritte Schwierigkeit, die Charlotte häufig sieht, ist, dass viele Reiter dazu neigen, beim Reiten an den Zügeln zu ziehen. Laut Charlotte geschieht dies oft, weil das Pferd gegen den Zügel geht. Dann hat der Reiter das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, und versucht sie durch Ziehen am Zügel wiederzuerlangen. Außerdem stellt sie fest, dass viele Reiter versuchen ihre Pferde mit Ziehen am Zügel in Seitengängen zu reiten. 

„Es ist wirklich wichtig, den Unterschied zwischen Ziehen am Zügeln und einer guten Verbindung zur Hand zu verstehen. Wenn man eine gute Verbindung mit dem Pferdemaul hat, bewegt sich die Hand des Reiters kaum. Wenn das Pferd jedoch am Zügel zieht, legt es sein Gewicht auf das Gebiss, wodurch sein Gleichgewicht gestört wird. 

Ich lege großen Wert darauf, den Reitern beizubringen, dass das Pferd nachgeben sollte, wenn sie die Zügel aufnehmen. Das ist eine faire Art, mit dem Pferd zu arbeiten, denn so wird das Pferd nicht aus dem Gleichgewicht gebracht oder verunsichert. 

Die Länge des Zügels gibt an, in welchem Rahmen ich das Pferd haben möchte. Das Pferd soll von hinten an die Hand herantreten. Wenn ich die Zügel annehme, möchte ich, dass das Pferd seine Brust hebt, so dass es auf die Hinterhand kommt. Auf diese Weise bekommen wir ein Pferd, das sich selbst trägt und seinen Körper richtig ausbalancieren kann. Es ist nichts falsch daran, Kontakt mit dem Gebiss zu haben, aber man muss sich darauf konzentrieren, dass man dem Pferd nicht in die Quere kommt und es aus dem Gleichgewicht bringt.“

Der dritte Ratschlag bezieht sich darauf, wie wichtig es ist, nicht an seinem Pferd herumzuziehen. Wenn Sie an Ihrem Pferd ziehen, bringen Sie es aus dem Gleichgewicht. Das führt zu Unsicherheit und das Gewicht des Pferdes wird nach vorne verlagert. Indem man immer wieder nachgibt, arbeitet man daran, das Pferd in Selbsthaltung zu bringen.

 

Charlottes Schülerin kann das Gefühl einordnen,
 wenn das Pferd durch Zügeldruck nachgibt 

Als Reiter haben wir oft ehrgeizige Ziele und wollen, dass das Pferd die Übungen perfekt ausführt. Aber oft tun wir zu viel und vergessen dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie stark die Verbindung zur Reiterhand wirklich ist. 

Unabhängig von Reitweise und Niveau ist die Zusammenarbeit beim Reiten unerlässlich. Die Magie zwischen Pferd und Reiter entsteht, wenn die Partner die Aufgabe gemeinsam lösen - als Team!

Focus on Horsemanship 

Charlotte works with California traditions in horsemanship, taking Horseman Buck Brannaman as her master. Californian horsemanship stems from classical Spanish riding which has been adapted over time to working dressage. The goal is to set the horse to work, allowing it to feel secure and understand the task, thus relying on collaboration and understanding to ensure the horse’s mental state.

2. Gefühl dafür, wie stark die Zügeleinwirkung ist

Ein weiteres typisches Problem besteht darin, dass viele Reiter Schwierigkeiten haben, ein gutes Gefühl dafür zu entwickeln, wie stark sie die Zügel tatsächlich annehmen. Laut Charlotte ist das Gefühl eine Kombination aus Empfindungen und Verständnis für das Pferd. Im Wesentlichen geht es darum, zu erspüren, wie stark der Zügel angenommen werden darf: „Deshalb konzentriere ich mich sehr darauf, Reitern beizubringen, das Gefühl des Pferdes zu verstehen und nicht einfach nach den Zügeln zu greifen. Sie sollen fühlen, wie stark sie die Zügel tatsächlich annehmen dürfen, um die gewünschte Reaktion des Pferdes zu erreichen.“

Der zweite Tipp bezieht sich also darauf, dass man, wenn man die Zügel aufnimmt und das Pferd um etwas bittet, daran denkt, zu fühlen, wie stark man die Zügel annehmen muss, um die gewünschte Reaktion des Pferdes zu erhalten. Nicht einfach nur zugreifen und vergessen das Gespür für das Pferd zu haben.

Als Reiter muss man sich bewusst sein, was man von dem Pferd verlangt und wie es darauf reagiert. 

Charlotte Lemming

Charlotte Lemming unterrichtet und arbeitet mit Pferden und Reitern in ihrem Unternehmen Working Horsemanship. Charlottes Schwerpunkt liegt auf einer guten Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter, unabhängig von Disziplin und Niveau. Sie unterstützt Reiter und Pferde, sowohl körperlich als auch geistig sicherer zu werden. Dies wird durch liebevolle und eindeutige Führung sowie fundierte Arbeit erreicht, die auf Verständnis, Einfühlungsvermögen, Klarheit und Konsequenz aufbaut - sowohl für das Pferd als auch für den Reiter.

Wir haben Charlotte Lemming besucht, um Verständnis für die typischen Probleme von Reitern zu bekommen. Die Herausforderungen, die Charlotte hier anspricht, können unabhängig von der Disziplin auftreten. Daher können diese Tipps für alle Reiter hilfreich sein, unabhängig von ihrem Niveau und ihrer Reitweise. 

1. Mangelndes Bewusstsein dafür, was der Reiter vom Pferd will 

Die erste klassische Schwierigkeit sei, so Charlotte, dass sie oft sieht, wie Reiter ihre Pferde reiten, ohne darüber nachzudenken, was sie wirklich vom Pferd wollen und wie sie das Pferd auffordern, die Übung auszuführen. 

„Ich arbeite viel daran, die Reiter dazu zu bringen, darüber nachzudenken, was sie eigentlich tun, wenn sie ihr Pferd reiten. Deshalb stelle ich ihnen oft Fragen wie: „Was denkst du und was tust du gerade, dass das Pferd sich anspannt?“ oder „Kannst Du spüren, dass jetzt etwas passiert?“ Ich konzentriere mich daher sehr darauf, den Reitern nahe zu bringen, darüber nachzudenken was sie tun und zu beobachten, wie ihr Pferd reagiert. Es geht darum, das Pferd zu führen und sicherzustellen, dass es sich in der jeweiligen Situation sicher fühlt. 

Durch die Dressurarbeit bekommen Reiter mehr Kreativität in Bezug auf die Übungen, die sie mit ihrem Pferd machen können, um ihre Ziele zu erreichen. Ich konzentriere mich darauf, dass der Reiter spürt, was mit seinem Pferd während der Übung passiert, zum Beispiel beim Reiten einer Schlangenlinie. Hier frage ich oft: „Können Sie spüren, wie das Pferd jetzt in der Schulter gerade wird?“ Es geht nicht nur darum, eine Schlangenlinie zu reiten, sondern auch darum, zu spüren, was mit dem Pferd geschieht. 

Als Ausbilderin vermittle ich den Reitern ein Bewusstsein dafür, was Reiter und Pferd gerade tun. So kann der Reiter erkennen, wie er handeln muss, damit das Pferd die Aufgabe versteht. 

Daher ist der erste Ratschlag, dass man sich bewusst sein muss, was man wirklich vom Pferd will. Nur so kann man sicher führen. Sie müssen spüren, was im Körper des Pferdes vor sich geht, wenn Sie es auffordern, eine Übung auszuführen. Fokussieren Sie sich darauf klar und kompetent zu sein. Es ist hilfreich, sich genau erklären zu lassen, wie und warum man eine bestimmte Übung ausführt. So können Sie und das Pferd die Lektion verstehen.

Alle Reiter sehen sich in ihrem Training mit Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert. Manche davon sind aus eigener Kraft nur schwer zu bewältigen. Trainerin Charlotte Lemming sieht oft drei Probleme, die bei vielen Reitern in der gleichen Weise vorkommen - vielleicht auch bei Ihnen?

Von Ulla Christensen // Fotos: Malgré Tout & Majken Soelberg

– und wie man sie löst 

Drei typische Schwierigkeiten 

Ganzer Bildschirm